Samstag, 28. September 2013

„Im Grunde haben wir zu wenig Zeit eingeplant, Elke!“

"Slam & Howie And The Reserve Men"
sind wohl auch keine typischen Schweizer...
Donnerstag ist Weggehtag in Bergedorf, da steppt überall der Bär! Im Happy Billard ist der Club am Donnerstag für gewöhnlich zu Gast, so auch diesmal. "Slam & Howie And The Reserve Men" aus der Schweiz rockten das Haus. Aufgrund des derzeit stattfindenden Reeperbahn Festivals waren etwas weniger Leute.
Thomas Dahm war auch da und Matthias' Freundeskreis, den ich mir sofort unter den Nagel reißen wollen würde, wäre ich hier zuhause. Soll noch einer sagen, die Norddeutschen hätten keinen Humor... irgendwie gehen mir diese Vorurteile und nationalitätsabhängigen Zuschreibungen schon total gegen den Strich!
Dank Ulli bin ich wieder sicher nach Hause gekommen, diesmal sogar mit Schlüssel. (Dass ich Chaotin meine Brille im Happy Billard vergessen hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt ja nicht.)

Hier noch zur Ergänzung eines der netten Schlossgespenster: Detlef Trute, der nicht nur Donnerstag und Freitag im Schloss herumspu... äh.. managt, sondern den theoretischen Hintergrund dafür den Rest der Woche studiert. Auch so ein vielbeschäftigter Mann - und trotzdem fand er Zeit für ein gemeinsames Foto.
Gestern war ich damit beschäftigt zu packen, eine größere Runde als sonst zu laufen und kam sehr spät erst ins Schloss. Zum Glück war Bardo da, denn das Fahrrad war ja eingesperrt... Ella wollte ein Foto von mir damit machen, aber bis es soweit war, saßen wir noch lange in der Kälte herum und hatten Spaß.
"FREIER GEIST" Oliver Hertel. Von der beschrifteten
Karton-Skulptur wusste ich vor meinem Besuch nichts.
Der Tag war fast schon um, bis ich mich endlich auf den Weg zu Oliver Hertel machte, der im Alten Bergedorfer Bahnhof sein Atelier hat. Der liebe Oliver hat was übrig für die Baumseelen. Auch er pflegt eine besondere Beziehung zu den Bäumen (so wie Jan) und richtet sich bei seinen Skulpturen nach dem, was ihm das Holz erzählt. Oliver trinkt gern japanische Tees und war auch viel im Ausland, stets arbeitend und sich inspirieren lassend.
Seine Homepage wurde leider gehackt und er hat kein Geld, sie reparieren zu lassen (vielleicht findet sich ja auf diesem Weg jemand, der das machen kann?). Olivers gesamtes Dasein findet derzeit im Atelier statt. Er ist jemand, der ganz und gar mit seiner Arbeit eins wird. Andere Menschen verstehen Leute wie Oliver oft nicht, was einem aber im Zustand des Flows völlig gleichgültig ist. Oliver braucht nämlich keine Gesellschaft, um glücklich zu sein. Er schöpft sein Lebensglück aus der Erfüllung der Aufgaben, die er sich selbst stellt. Oliver hat vor zwei Jahren eine Skulptur im Bergedorfer Schlosshof vergraben. Er würde gern wissen, inwieweit sich die Natur das Holz schon zurück geholt hat und überlegt, sie irgendwann wieder auszugraben und nachzusehen. Ich hoffe, ich werde dazu eingeladen.
„Im Grunde haben wir zu wenig Zeit eingeplant, Elke!“ - Dieses Zitat verdanke ich einer Besucherin, die gestern ihre Begleiterin ansprach. Irgendwie scheint es mir treffend, ich habe auch zuwenig Zeit eingeplant, obwohl ich vier Wochen hier war. Jetzt bin ich traurig, weil das mein letzter Abend im Schloss ist. Ich möchte hier bleiben und heimfahren gleichzeitig.






1 Kommentar:

Charlene Wolff hat gesagt…

Ja, definitiv zu wenig Zeit. Auch ich möchte manchmal eine Kopie von mir machen, damit ich an 2 Orten gleichzeitig sein kann. Gerade, wo jetzt die Königinnentage kommen, hättest Du noch viel zu erleben und zu schreiben. Komm einfach wieder!